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Zeitbankgedichte

Die Zeitbank viele Helfer weiß

Wer räumt den Schnee, bestreut das Eis und fegt im Frühjahr dann den Staub und mäht den Rasen, recht das Laub?

Wer stutzt, was zu bestutzen ist und gräbt und jätet, gießt, was sprießt und erntet Obst und hackt und sägt?

Wer Wäsche in den Keller trägt und bügelt, näht, die Fenster putzt,auch einkauft, kocht, die Zeitbank nutzt.

Wer füttert Katzen, führt den Hund, pflegt Blumenstöcke gar gesund, montiert Regale, leitet Strom beachtend Watt und Volt und Ohm?

Wer kennt sich aus – mit Tasten, Maus,mit Internet? Die Zeitbank rät.

Wer repariert, was Räder dreht, fährt ferner mit – zu manchem Ziel, entrümpelt, macht die Fracht mobil?

Wer bietet Sport und Ausflug an, setzt Künstlerisches auf den Plan? Wer hilft bei Flohmarkt, Hochzeit aus, besucht Vereinsamte zu Haus, spielt Karten, würfelt, plaudert, lauscht, am Krankenbett ermunternd plauscht, erhellt bei Krisen deren Sinn und tauscht Erfahrung mit Gewinn?

Wer schreibt an Ämter recht geschickt, füllt aus ein Formblatt, das verzwickt, begleitet einen Amtstermin und lotst den Sinn zum Lernen hin?

Der Helfer müssen viele sein! Sie setzen Zeit gemessen ein.

Die Zeit auf Konten wird verbucht. Wer hilft – und später Hilfe sucht, erhält die Zeit, die angespart Durch and´re zrück – gewünschter Art.

Bei uns die ZEITBANK wird erprobt. Der Wert-Bestand wird viel gelobt.

(Nach Karl Ellinger)


 

 

 

 

Liebe geben, Stunden schenken.

Mit dem Herzen wieder denken.

Hoffnung zünden, Sorgen teilen.

Zeit bemessen, still verweilen.

Schweigen können, Frieden stiften.

Nicht alles wollen, still verzichten.

Nachbar sein in seinem Kreise.

Nächster sein auf seine Weise.  


 

Wie gut, dass ich mit meinen Freunden rechnen kann,wenn ich sie brauche!

Wie gut, dass es viele Menschengibt,

die gern für andere da sind!

Das ist oft wie frisches Wasser auf trockenes Land.

Ich bin froh, dass ich etwas davon zurückgeben darf.

Ich bin dankbar, dass ich anderen helfen und sie ermutigen kann.

Ich bin froh, dass ich beides kann – nehmen und geben.

 


Alles Schöne in der Welt lebt von den Menschen die mehr tun als ihre Pflicht

(Ewald Balser)


Ich bin nicht allein

Ich bin nicht allein, was sollte mir Schlimmes geschehen. Gute Menschen begleiten mich, meine Familie und wahre Freunde. Wir kommen nicht nur zum Feiern zusammen. Wir suchen das Gespräch und üben das Zuhören. Wir helfen einander mit Herz und Hand. Uns trägt das gegenseitige Vertrauen. Das ist ein unernesslicher Reichtum und mehr wert als jede Sache, die ich kaufen kann.

Aus dem Buch von Ruth Martin, Geschenke des Lebens "Viel Kraft" 


  

Ich träume von einer Gemeinschaft

Ich träume von einer Gemeinschaft, in der niemand eine Maske tragen braucht, weil

man nicht Angst haben muß, daß einer irgendetwas gegen den anderen ausnutzt.

Ich träume von einer Gemeinschaft, in der keiner eine Barrikade um sich errichten

muß, weil niemand ist, der ihm wehtun will.

Ich träume von einer Gemeinschaft, in der keiner seine Schwächen verbergen muß,

weil man sich angenommen fühlt, so wie man ist.

Ich träume von einer Gemeinschaft, in der man nicht erst durch Vorweisen von

bestimmten Leistungen und Erfüllen von Vorbedingungen etwas gilt.

Ich träume von einer Gemeinschaft, in der keiner danach strebt, mehr als der andere

zu gelten oder andere zu beherrschen, weil man jedem die gleiche Achtung

entgegenbringt.

Ich träume von einer Gemeinschaft, in der niemand eitel zu sein braucht und nach

Anerkennung heischen muß, weil ersieh der Zuneigung der anderen gewiß ist.

Ich träume von einer Gemeinschaft, in der niemand am Sinn seines Lebens zweifeln

muß, weil er spürt, daß die anderen auch ihn brauchen.

Ich träume von einer Gemeinschaft, in der jeder sich äußern kann, weil er weiß, daß

seine Äußerungen in Liebe aufgenommen werden und es nicht auf schlaue Worte

und gekonnte Reden ankommt.

Ich träume von einer Gemeinschaft, in der über andere nicht abfällig gesprochen

wird, weil man weiß, daß man auch selbst nicht ohne Fehler ist.

Ich träume von einer Gemeinschaft, in der niemand in eine Schablone gepreßt wird,

vielmehr ganz er selbst sein und werden kann.

Ist dieser Traum bei uns Wirklichkeit?

Verfasser dieses Gedichtes unbekannt. Für uns Zeitbankler Wirklichkeit!